Niederösterreichische Landesakademie


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AKUTteam


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Presseinformation

Evaluierung Landesrätin Dr. Petra Bohuslav

Evaluation Abschlussbericht, Nov. 2005

EU-weite Vorbildfunktion des AKUTteams NÖ

Bohuslav: Betreuung von Menschen in schwierigsten Lebenssituationen

Das AKUTteam NÖ (AKUTteam NÖ) unterstützt seit September 2001 Menschen, die durch Unglücksfälle, Naturkatastrophen oder andere menschliche Tragödien unvorhergesehen aus ihrem Leben gerissen werden, berichtet Landesrätin Dr. Petra Bohuslav: Beispiele auch aus der jüngsten Vergangenheit etwa in Mauerbach oder dem Hochwasser im Kamptal zeigen, wie wichtig in solchen Fällen psychosoziale Betreuung für die Betroffenen ist. Das AKUTteam NÖ hat in 862 Einsätzen bis dato 1.896 Menschen betreut.

Das 50 köpfige Einsatzteam mit spezieller Ausbildung für Akutintervention besteht aus Ärzten/innen, Psychologen/innen, Psychotherapeuten/innen und Diplomsozialarbeitern/innen. Das Hilfsangebot reicht von Unfällen mit Todesfolge, Suizid, Elementarereignissen bis hin zu Gewaltdelikten wie Mord.
Kürzlich wurde nun die Arbeit umfangreich evaluiert, berichtet Landesrätin Dr. Petra Bohuslav: Wir freuen uns, dass die Intention, Menschen in akuten Notsituationen durch die Etablierung des AKUTteams NÖ eine erste kostenfreie psycho-soziale Betreuung anzubieten, nun von Experten bestätigt wird. Die professionelle Qualität und Wichtigkeit des Teamworks hätten nicht nur österreichweit, sondern auch EU-weit, absolute Vorbildfunktion, so Prof. Dr. Frank Lasogga und Prof. Dr. Bernd Gasch vom Institut für Psychologie an der Universität Dortmund (D).

Unsere regional zugeordneten Fachkräfte können über Kontaktinstanzen wie Polizei, Rettungsorganisationen etc. bei einem 24 Stunden Journaldienst alarmiert werden. Pro Region, bzw. 250.000 Einwohnern/innen, stehen 8 - 10 Fachkräfte zur Verfügung, erläutert Prof. Dr. Günther Kienast, Leitung AKUTteam NÖ.

Das AKUTteam NÖ ist
……das erste Team im Bereich der Bereitstellung von psychologischer Betreuung im deutschsprachigen Raum, das sich einer externen, universitären, wissenschaftlichen Evaluation unterzogen hat.

Besonders hervorgehoben haben die Autoren in ihrer Arbeit die Koppelung von psychologischer Betreuung vor Ort und den Sozialarbeitern im Journaldienst. Das ist psycho-soziale Notfallhilfe, bei der vernetzt, aber fachlich getrennt gearbeitet wird.

Weitere positive Punkte der Evaluierung sind u.a. das Screening-Verfahren zur Auswahl der Mitarbeiter/innen; die standardisierte, qualifizierte Aus- und Weiterbildung sowie die geführte Statistik über Art, Dauer und Frequenz der Einsätze.
Eine durchwegs positive Beurteilung erhielt das Team von den Klienten: 95 % der Befragten bewerten ihre Betreuung mit sehr gut oder gut, 5 % mit befriedigend.
Für die Betreuer/innen sind die Einsätze vor Ort immer wieder eine große Herausforderung. Einerseits durch die Komplexität der Situationen, andererseits durch das offenkundige Leid der Betroffenen. Sie verstehen ihre Arbeit als Hilfe zur Selbsthilfe und betreuen die Betroffenen im Unterschied zu den Kriseninterventionsteams der Rettung über den Ereignistag hinaus.
Zukünftig soll es vor allem eine verstärkte Vernetzung und klare Arbeitsteilung mit den auch vor Ort tätigen Kriseninterventionsteams der Rettungsorganisationen geben. Ein erster Schritt in diese Richtung sind regelmäßige Stammtische aller psycho-sozialen Organisationen.
Sicher ist, dass die Interventionen des AKUTteams die Entwicklung von Störungen bei den Klienten vermindern und damit einen wichtigen sozialgesellschaftlichen Beitrag leisten und der Gesellschaft dadurch auch finanzielle Vorteile entstehen.
1. Februar 2006

 

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